Prof. Dr. Gunter Dueck

 

 

Gunter Dueck, Jahrgang 1951, lebt mit seiner Frau Monika in Waldhilsbach bei Heidelberg. Anne (32) und Johannes (29) promovierten gerade in Biochemie bzw. Mathematik.
Gunter Dueck studierte von 1971-75 Mathematik und Betriebswirtschaft, promovierte 1977 an der Universität Bielefeld in Mathematik.
Er forschte 10 Jahre mit seinem wissenschaftlichen Vater Rudolf Ahlswede zusammen, mit dem er 1990 den Prize Paper Award der IEEE Information Theory Society für eine neue Theorie der Nachrichten-Identifikation gewann. Nach der Habilitation 1981 war er fünf Jahre Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld und wechselte 1987 an das Wissenschaftliche Zentrum der IBM in Heidelberg.
Dort gründete er eine große Arbeitsgruppe zur Lösung von industriellen Optimierungsproblemen und war maßgeblich am Aufbau des Data-Warehouse-Service-Geschäftes der IBM Deutschland beteiligt. Er arbeitete an der Strategie und der technologischen Ausrichtung der IBM mit und kümmerte sich um Cultural Change.

Vortragsredner Prof. Dr. Gunter Dueck

© Andreas Naurath

© Andreas Naurath

 

2009 bis 2010 beteiligte er sich in führender Rolle am Aufbau eines neuen strategischen Wachstumsfeldes der IBM Corporation, das auf die wachsende Industrialisierung der IT-Infrastrukturen bis hin zum so genannten Cloud Computing zielt. Bis zum August 2011 war er Chief Technology Officer (CTO) der IBM Deutschland. Seitdem hat es ihn wegen Erreichens der 60-Jahre-Marke in den Unruhestand gezogen, er ist derzeit freischaffend als Schriftsteller, Business-Angel und Speaker tätig und widmet sich weiterhin unverdrossen der Weltverbesserung. Zurzeit widmet er sich dem Ausbau des „Wiki of Music”, einer Plattform nach der Art der Wikipedia, auf der möglichst alle Musiknoten der Welt allgemein zugänglich gemacht werden sollen.
Gunter Dueck war einer der IBM Distinguished Engineers und Mitglied der IBM Academy of Technology. Er war lange Jahre Mitglied der Präsidien der Gesellschaft für Informatik und der deutschen Mathematikervereinigung. Er ist Fellow des amerikanischen Ingenieursverbandes IEEE, Fellow der Gesellschaft für Informatik und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Auszeichnungen rund um die Bücher und anderes:

  • 2006: Lean Brain Management wurde gleich nach Erscheinen von der Financial Times und getAbstract zum „Wirtschaftsbuch des Jahres 2006“ gekürt.
    2008: Abschied vom Homo Oeconomicus wurde als eines von zehn Büchern für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2008 nominiert.
  • 2011: Die Computerwoche zählt Gunter Dueck zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten (exakt auf Platz 57) in der deutschen ITK-Landschaft (Informationstechnologie und Kommunikation).
  • 2011: Gunter Dueck ist einer von sechs Nominierten für den 2011 Best of Social Media Award in der Rubrik „Most Influential Social Media Person“.
  • 2011: Professionelle Intelligenz ist auf Platz 3 der Bücher des Jahres 2011 beim Portal changeX.
  • 2011: Professionelle Intelligenz wird bei der größten Leserabstimmung im Netz auf Platz 11 beim „Der Leserpreis – die besten Bücher 2011“ (lovelybooks.de) in der Kategorie Sachbuch gewählt.
Er publizierte satirisch-philosophische Bücher über das Leben, die Menschen und Manager: E-Man (2. Aufl. 2002), Die Beta-Inside Galaxie und Wild Duck (4. Auflage 2006). Seine ganz eigene Philosophie erschien in drei Bänden: Omnisophie: Über richtige, wahre und natürliche Menschen (2. Auflage 2004), Supramanie: Vom Pflichtmenschen zum Score-Man (2. Auflage 2006) und Topothesie: Der Mensch in artgerechter Haltung (2. Auflage 2011). Der Springer-Verlag publiziert seine Werke unter der eigenen Rubrik Dueck’s World.

Blutleere und Hirnlosigkeit standen im Mittelpunkt seines Schaffens 2006: In seinem ersten Roman Ankhaba finden Vampire die Erklärung der Welt. Das Buch Lean Brain Management – Erfolg und Effizienzsteigerung durch Null-Hirn warnt satirisch-sarkastisch vor einem ökonomischen Horror-Scenario der Verdummung der Menschen und der Callcenterisierung der Arbeit. 2008 erschien Abschied vom Homo Oeconomicus bei Eichborn – ein Buch über fast zwangsläufige ökonomische Unvernunft. Im Juli 2009 folgt Direkt-Karriere: Der schnellste Weg nach ganz oben, ein satirisches Handbuch über Blitzkarrierekunst. Das Buch Aufbrechen! Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen enthält sein von ihm gefordertes Zukunftsprogramm, wenn heute wegen der Automatisierung vieler Dienstleistungen neue Arbeitsfelder erschlossen werden müssen. Was soll der Einzelne dazu tun? Das steht im aktuellen Buch Professionelle Intelligenz – worauf es morgen ankommt. Das Neue und seine Feinde handelt von den so oft unterschätzten Problemen bei Innovationen. In diesem Jahr (2/2015) erschienen: Schwarmdumm, gestartet im April 2015 auf Platz 12 der Spiegel-Wirtschaftsbuch- bzw. Managermagazin-Bestsellerliste, im Mai auf Platz 11.

  • 2012: „Dueck for President” – Anfrage der Piratenpartei Dueck for President
  • 2013: Gewählt auf Platz 5 unter den NEXT100 („Die wichtigsten 100 Köpfe der europäischen Digital-Industrie”).
  • 2013: Das Neue und seine Feinde wurde als eines von zehn Büchern für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2013 nominiert.
  • 2013: Das Neue und seine Feinde ist „Karrierebuch des Jahres“ beim Hamburger Abendblatt.
  • 2013: Das Neue und seine Feinde ist auf Platz 8 der Bücher des Jahres beim Portal changeX.
  • 2014: Der Podcast Die Welt fragt – Dueck antwortet (mit Robert Kindermann) wird Zweiter bei der Wahl des „Besten Podcasts 2014”
  • 2015: Schwarmdummgleich nach Erscheinen auf Platz 12/11 der Managermagazin-Bestenliste

     

 

 Vortragsthemen:
  • Innovation: In meinem Buch „Das Neue und seine Feinde“ werden viele Gefahrenpunkte beim Entstehen des Neuen aufgezählt und Hintergründe beleuchtet. Das System eines Unternehmens kann wie ein funktionierender Körper gesehen werden, der sich selbst gegen Krankheiten und Gefahr durch ein Immunsystem und gesunde Angst schützt. Innovationen im Unternehmen werden von diesem oft als Ausnahme im Sinne von „Krankheit“ wahrgenommen und solange bekämpft, bis sie sich einfügen. Deshalb sind die so genannten U-Boot-Projekte oft erfolgreich – sie werden vom Immunsystem nicht wahrgenommen! Das Management versucht meistens, die Ideen und Innovationen zu „managen“, also über Prozesse zu beherrschen. Damit erzeugt es zu viele Abhängigkeiten, die so ein zartes Pflänzchen wie das Neue meist nicht erträgt. Ich selbst habe bei IBM lange Zeit als Innovator gearbeitet und kann sehr viel Lebenserfahrung einbringen. Redentitel der Vergangenheit: „Innovation ist mehr als Invention“ oder „Innovation – nicht immer nur sparend optimieren!“ oder „Der Prozess ist der Innovation ihr Tod“ oder „Intrapreneuring“ oder „Vom Lehrsatz zum Geschäft“.
  • Change! Change! Heute verändern Innovationen alles so abrupt, dass der allgemeine Ruf nach disruptivem Wandel unüberhörbar laut wird. Was noch bis vor einiger Zeit eine Option war, wird nun bitter nötig. Wer bisher nicht wollte, muss nun müssen. Wandel ist erzwungene Innovation. Man versucht nun, die Managementschicht durch Motivationsveranstaltungen für den Wandel zu begeistern – jetzt wo die Manager MÜSSEN und noch nicht GEWOLLT haben. „Tschakka! Tschakka! Du kannst es! Du bist der Größte! Du schaffst alles!“ – so lautet das Mantra der künstlichen Begeisterer. Das Problem liegt tiefer, ich versuche Erklärungen und Heilungsansätze. Die Ursachen des Stillstands liegen auf dem Gebiet des nächsten Themas hier: Schwarmversagen bei Marktumstürzen.
  • Schwarmdummheit (Buch „Schwarmdumm“ von 2015):  Unternehmen sind ein großes System von Mitarbeitern, die man ja bei der Einstellung für richtig gut hielt. Wie kommt es dann, dass sich diese vielen intelligenten Menschen in Meetings streiten und ineffektiv Zeit verschwenden, sodass viele, viele Menschen alles rund um Zusammenarbeit, Abstimmungen und Teamarbeit als ausgesprochen quälend erfahren? Menschen (zum Beispiel frisch studierte Betriebswirtschaftler) beginnen mit zu hohen Zielen, die eigentlich nicht erreichbar sind, versuchen es dennoch mit Überstunden und Extrameilen, geben dann anderen in Meetings die Schuld und beginnen zu kämpfen – gegeneinander und auch gegen die Kunden. Langsam versinkt alles in Opportunismus, gegen den nun wieder von oben her Kontrollmechanismen etabliert werden. Alles versinkt jetzt in stumpfer Überkomplexität. Es gibt andere Redner, die Ihnen die Möglichkeit der Schwarmintelligenz vorgaukeln, aber ich versuche, Sie erst einmal die Lage verstehen zu lassen, in der Sie stecken. Die meisten Menschen erklären das Schlechte im Leben mit der Bösartigkeit oder der Gier Anderer, aber es ist die Schwarmdummheit, die noch fast niemand auf dem Radar hat. Es wird Ihnen die Augen öffnen!
  • „Artgerechte Haltung von Menschen“: Über Mathematiker/Informatiker witzelt man ja oft, man nennt sie gern Nerds und Geeks. Denn sie stechen ganz ab von typischen Machern oder Alphatieren, und ganz besonders von den noch ganz anderen Sales-Leuten! Meisterschaftsehre, Machtfülle oder Incentives sind total verschiedene Prioritäten im Leben! Es gibt dann noch idealistische Blogger, Künstler und „Psycho-Coaches“, dann wieder streitbare „Piraten-Typen“ usw. Ich habe mir lange Gedanken über die psychologischen Denkwelten verschiedener Berufsgruppen gemacht und kann heute ganz gut den täglichen Streit bei der Arbeit erklären. „Sie ticken alle verschieden“, sie wissen es aber nicht explizit und überhäufen sich daher mit Vorwürfen. Besonders in IT-Firmen sind oft die Manager die einzigen „normalen Menschen“, die an ihren „Techies“ vorbeireden. Über die „artgerechte Haltung von Techies“ habe ich vielleicht die meisten Reden gehalten.

  • „AUFBRECHEN! Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen!“: So heißt ein Buch von mir, es geht um die durch das Internet angestoßene Veränderung der Welt. Computer nehmen uns das Einfache ab, folglich müssen wir neue Industrien aufbauen, in „denen noch nichts einfach ist“. Wo sonst wären die Arbeitsplätze der Zukunft? (z.B. Rede beim ZVEI-Kongress)
  • Professionelle Intelligenz und Professionalität im digitalen Zeitalter: So wie wir neue Industrien für die Zukunft entwickeln müssen, um Arbeit zu haben, so müssen auch wir uns als Individuen höher entwickeln. Die Dienstleistungen werden durch Computer zunehmend „industrialisiert“, viele Jobs werden obsolet. Was muss ein „Professional“ der Zukunft können? MEHR! Er muss nicht nur alles wissen wie bisher auch, er muss verkaufen, verhandeln, Projekte leiten, Konflikte schlichten, Konzepte entwerfen, Kunden verstehen etc. Die Spaltung der Menschen in „arm“ und „reich“ ist aus diesen Sicht mehr eine in solche Menschen, die professionell arbeiten und solche, deren Job der Computer „frisst“.
  • Bildung der Zukunft oder KOPFREFORM: Bildung muss einen Sinn für professionelles Arbeiten erschließen. Wo aber lernen wir das denn all dies: Projektleiten, Konfliktbewältigung, Kommunikation, Organisation von Vorhaben, Verkaufen oder Managen? Wer Glück mit den Eltern hat, wird daheim gecoacht. Sonst? Kindergarten, Schule, Gymnasium und Universität verschulen sich immer stärker und „füllen nur noch die Festplatte im Kopf“. Nach dem Doktor sind viele eigentlich berufsunfähig. Früher wurde man vor dem eigentlichen Arbeiten in Großunternehmen noch Monate lang geschult und durch alle Abteilungen geschickt. Zu teuer, sagen die heutigen Manager. Sie verlangen, dass sie fertige Alleskönner einstellen. Sind alle verrückt geworden? Müssen wir nicht Bildung ganz neu denken? Von Wissenschaftlichkeit auf Professionalität schalten? Ich fordere eine Kopfreform, vor allem bei den Entscheidern. Wir brauchen Neue Bildung – Empowerment, nicht nur Enlightenment.
  • Leben 2.0 – was bedeuten Wikis, Google+, Twitter, Facebook: Ich lebe schon einigermaßen „im Netz“ und kann Ihnen die Welt erklären… ich bin allerdings nicht der Richtige, Ihnen Patentrezepte zu geben, wie man „Likes“ oder „Follower“ in Geld ummünzt. Da sind zu viele Heilsbringer, finde ich… Die Welt im Netz ändert sich wahnsinnig schnell – es hilft nur „einwandern“ und dort „leben“.
  • Das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem: Das ist der Titel meiner Rede auf der re:publica 2011, die inzwischen in verschiedenen Video-Versionen zusammen von bald 80.000 Menschen angeschaut worden ist – ein (so die re:publica) „als Umarmung getarnter Rundumschlag gegen das gegenwärtige System“.
  • Cloud Computing, Industrialisierung der Dienstleistungen und Auswirkungen auf die Arbeitswelt: Die Welt teilt sich in Hochbezahlte, die den Computern Anordnungen geben, die Prozesse designen und Entscheidungen treffen – und in andere, die nach den Anweisungen der Computer arbeiten müssen, also ganz in die Prozesse eingebunden sind. Bankmitarbeiter gehören bald zur letzteren Art, und viele Berufe verlieren ihren einfachen Teil an die Computer. Was bedeutet das für die Arbeitswelt? In welchen Branchen?
  • Die Welt nach Cloud Computing: Das Internet revolutioniert den Handel, die Verlage, Banken, Versicherungen. Selbstfahrende Autos verändern unser Leben, Hefebakterien ersetzen die Erdölchemie. Wir steuern alles von unseren Smartphones aus. Ich schaue mit Ihnen in die nähere Zukunft. „In die Zukunft kann leicht sehen, wer ihren Anblick erträgt.“